Afrika

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Afrika kommt das erste mal in Drachenglanz vor, indem die Protagonisten auf der Suche nach einer Kur gegen die Drachengrippe nach Afrika reisen.

Im Buch

In Afrika existieren Königreiche mit komplexer Gesellschaftsstruktur, Stammesgebiete, die allerhöchstens im lockeren Verbund leben und Kolonien europäischer Länder. In Südafrika gibt es eine ehemals holländische, jetzt englische Kolonie, im Osten gibt es von Portugiesen bewohnte Gebiete und im Westen entlang der Küste gibt es vereinzelte Städte verschiedener europäischer Nationen. Für Europa ist Afrika hauptsächlich ein Umschlagplatz für Sklaven, die von dort aus beinahe überallhin verschifft werden. Weiterhin wird mit wertvollen Rohstoffen wie Gold, Erzen, Edelsteinen und Elfenbein gehandelt. Sklaven werden schon seit mindestens drei Generationen verschifft, wobei diese entweder entführt oder durch Krieg gefangen werden. Es gibt europäische Sklavenhändler, die sich ihre Sklaven selbst rauben und einige eingeborene Stämme überfallen ihre Nachbarstämme und verkaufen sie in die Sklaverei. Die größten Sklavenhäfen sind Benguela und Luanda.

Die Stämme untereinander sprechen unterschiedliche Sprachen, die sich bis auf einige gemeinsame Klicklaute in der Sprache auch nicht gleichen. Die kriegerischen Stämme, die andere als Sklaven verkaufen sind mehr oder weniger verstoßen worden. Es gibt Stämme, die mit den normalen weißen Siedlern zusammenarbeiten, sie bekommen für ihre Arbeit aber weniger Geld als andere Arbeiter. Generell gibt es einen Respekt der Jüngeren gegenüber den Älteren, wie anderswo auch.

In beinahe allen Stämmen, werden Drachen als Mitglieder gezählt. Die Eier bindet man aktiv in das Stammesgeschehen mit ein und erzählt ihnen von ihrer Vergangenheit. Wichtige oder herausragende menschliche Mitglieder einer Gemeinschaft werden in Form eines Drachen wiedergeboren, so der Glaube. Wilde Drachen sind nicht irgendjemandes Vorfahren, sie haben die Seele eines Stammes nicht vererbt bekommen. Dieser Glaube stößt bei den Kolonisatoren auf Unverständnis, eint aber praktisch alle afrikanischen Stämme. Wie mit den Eiern eines Stammes verfahren wird, entscheiden sie selbst, manchmal benötigt ein anderer Stamm dringender ein Drachenei zur Wiedergeburt eines Menschen, dann wird das Ei getauscht, gegen normale Handelsware. Es kommt auch vor, dass in einem Stamm zeitweise keine wichtige Persönlichkeit ist, die das Wiedergeborenwerden lohnt. Da alle Stämme untereinander Eier handeln, hat die Herkunft oder Zugehörigkeit eines Eies nichts zu sagen, allein die Erinnerungen des Stammes sind wichtig. Als Ahnen ebendieses Stammes müssen sie die Menschen beschützen. Deswegen haben es sich die Tswana-Drachen zur Aufgabe gemacht, ihre entführten Stammesmitglieder oder deren Nachkommen zu befreien.

Verschiedene Arten sind schwer auszumachen, auch, wenn es sehr viele unterschiedliche Farben und Gewichtsklassen bei den Drachen gibt. Es gibt Feuerspucker, die aber für den Kampf eher unbrauchbar sind, sich aber für Schmieden und Bergbau eignen. Der ursprüngliche Grund, warum sich mehrere Stämme zusammengetan haben, war, dass man mit 10 Drachen besser Bergbau betreiben kann, als mit einem, und sich das Gold und die Erze als Exportprodukte geeignet haben. Die Symbiose zwischen Menschen und Drachen entstand aus der Ernährungslage heraus, die Menschen konnten Elefanten züchten und die Drachen brauchten die Elefanten als Nahrung. Die afrikanischen Drachen transportieren ihre Leute in Netzen und Geschirren, die den europäischen Geschirren nicht unähnlich sind, aber nicht als Zeichen für Zivilisation getragen werden. Drachen schmücken sich gerne mit Piercings an den Flügeln oder Lippen, zum Beispiel aus Elfenbein oder Eisen, und auch Bemalungen mit Farbe sind üblich. Hochrangige Drachen tragen repräsentative Rüstungen oder Schmuck oder eine Art Kleidungsstücke. Den Vorsitz über einen Stamm führt immer der Drache, einen menschlichen Häuptling gibt es zwar auch, aber er assistiert nur. Auch die Könige können Drachen sein, oft als Reinkarnation eines Menschenkönigs. Durch strategische Lage und Erweiterung konnten Produktionsmethoden der Europäer aufgegriffen werden und die Macht über viele Stämme ausgedehnt werden, sodass Mokhachane, in Mosi oa Tunya als Königsstadt, ein großes Königreich der Tswana aufbauen konnte, das beste Verbindungen zu den Sotho, Xhosa und Monomotapa aufweist. Seit 1807 wird der Titel des Königs geführt, stabilisiert durch die Eroberung Kapstadts und weiterer Städte und der anschließenden Befreiung der Sklaven Südamerikas und den versuchten Überfällen auf nordafrikanische und südeuropäische Städte. Menschen, die keine solche Drachenvorfahren ihr Eigen nennen können, werden als minderwertig angesehen. An Kampfkraft kann es das Tswanakönigreich mit vielen Ländern aufnehmen, durch seine relative Stärke in der Luft werden Mängel wie fehlende Artillerie ausgeglichen. Diese kann aber erobert werden.

In der Temeraire-Saga greift die Autorin den bis ins 19te Jahrhundert bestehenden Mythos auf, dass sich in Zentralafrika ein gewaltiges, klippenähnliches Gebirgsmassiv quer durch den Kontinent erstreckt. Diesen Mythos benutzten vor allem amerikanische Abenteuerfilmautoren der 50er und 60er Jahre auch für ihre Filme. Zum Beispiel in einigen Tarzan-Filmen diente dieses mystische Bergmassiv als Filmkulisse.

Kapstadt und Mosi oa Tunya sind die Schauplätze im Buch.

Siehe auch