Luftkorps

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Das Luftkorps ist eine Waffengattung der englischen Armee. In ihm kämpfen Soldaten auf Drachen in der Luft. Es hat eigene leitende Offiziere sogar im Rang eines Admirals, manchmal kommt sogar der Oberste Lord der Admiralität aus ihren Reihen. Das derzeitige Oberkommando über das Luftkorps hat Jane Roland, ihr unterstehen die verschiedenen Admiräle und Kommandanten der Stützpunkte. Das Oberkommando des Luftkorps hat seinen Sitz in Chatham. Die Mitglieder des Luftkorps bezeichnet man als Flieger. So wie die Uniformfarbe der Marine blau ist, so ist die der Flieger flaschengrün. Auch sie besitzen eine Paradeuniform und eine, die zum Kämpfen verwendet wird. es wird mit relativ kurzen Schwertern gekämpft und wegen des Flugwindes werden schwere ölige Ledermäntel getragen. Ab und zu kommt es vor, dass sich die Vorsteher der Marine in die Belange der Flieger einmischen, zum Beispiel im Gericht, aber seit der Modernisation durch Temeraire und Jane Roland passiert das nicht mehr. Flieger sind in der Gesellschaft nicht sehr angesehen, bei den Seeleuten auch nicht. Man kann sie nicht verurteilen, ohne, dass ihr Drache für den Dienst nutzlos wird und sie pflegen einen wesentlich lockereren und nicht steif-formellen Umgang miteinander. Kinder kommen normalerweise mit 7 Jahren zum Korps, die Kinder von Fliegern leben oft schon ihr ganzes Leben dort. Es gibt Familien, die traditionell eines ihrer Kinder zum Luftkorps schicken, andere werden aus den umliegenden Dörfern angeworben und andere Familien geben ihre Kinder weg, weil sie sie nicht mehr ernähren können. Beim Korps werden auch Waisen aufgenommen. Es kommt nicht auf die Herkunft an und nahezu jeder hat gleiche Aufstiegschancen. Titel der Eltern oder Reichtum werden praktisch ignoriert bei einem Flieger, sowohl von Aussen, als auch von seinen Kameraden. Es zählt oft einzig der Verdienst. In den Anfängen des Luftkorps, wurde es von wohlhabenden Adelsfamilien geleitet. Sie praktizierten einen sehr konservativen und autoritären Stil bei der Ausbildung. Irgendwann, wurde dieses System dann aufgelöst und die Ausbildung zentral gesteuert, aber einige wenige Familien bilden ihre Kinder immer noch selber aus, wofür sie anscheinend genug alte Stützpunkte und Drachen zur Verfügung haben. Oft sind es alte Fliegerfamilien mit viel Einfluss, die fast immer bekommen, was sie wollen und die sich schwer kritisieren lassen. Rankin stammt aus so einer Familie.

Hat ein frisch geschlüpfter Drache das Geschirr akzeptiert, entsteht in der Regel eine lebenslange Bindung zwischen Drache und dem, der ihn als erster anschirrte. Dieser sogenannte Lenker steigt damit automatisch in den Rang eines Kapitäns auf. Einzige Ausnahme bildeten anfangs die Langflüglerlenkerinnen, sie erhielten ihr Kapitänspatent erst Ende des 16. Jahrhunderts, zuvor flog immer ein männlicher Kapitän mit und die Begleiterinnen waren nur aus praktischen Gründen dabei. Das Luftkorps ist auch die einzige Waffengattung in der Frauen auch in höheren Offiziersrängen dienen, da Langflügler nur Frauen als Kapitäne akzeptieren. Dies wird aber vor der Öffentlichkeit und sogar vor den anderen Waffengattungen verheimlicht. Drachen werden vererbt, die Menschen züchten sich selbst genauso wie die Drachen. Mitglieder des Korps, besonders Kapitäne, dürfen sich nicht duellieren, wegen der Gefahr um ihr Leben und des Verlust des Drachens. Ein Kapitän untersteht dem Formationsführer, wobei ansonsten die Stellung des Kapitäns oft von seinem Drachen abhängt. Wenn man eine bestimmte Anzahl an Dienstjahren hinter sich hat, wird man Seniorkapitän oder auch, wenn man eine besondere Position hat. Der rang wird durch goldene Balken auf der Schulter deutlich. Ein Leutnant hat einen, ein normaler Kapitän zwei, ein Seniorkapitän oder Formationsführer drei und ein Admiral oder Kommandant vier. Genauso wie bei der Marine gibt es eine Liste, auf der alle Namen stehen. Anhand derer werden ausstehende Kapitänsposten vergeben und wer weiter oben steht hat länger gedient und ist höhergestellt als die darunter, selbst, wenn beide den gleichen Rang haben, sogenannte höhrere Seniorität. Es gibt natürlich Kapitäne, die von aussen kommen und nicht als Flieger ausgebildet worden sind. Sie werden akzeptiert, wennauch manchmal widerwillig, siehe Demane. Früher haben über 20% aller Drachen das Geschirr verweigert und waren für den Dienst verloren, mittlerweile sind es nicht einmal mehr 5%.

Kinder starten nach ihrer Ausbildung oft als Läufer bei verschiedenen Drachenmannschaften. Später werden sie Kadetten und Ausguck. Offizier ist man ab Fähnrich, danach wird man Oberfähnrich, danach Leutnant. Normalerweise gibt es den Ersten, Zweiten und Dritten Leutnant, wenn der Drache kleiner ist, wird die Anzahl reduziert. Ganz oben steht der Kapitän. Es gibt eine Rückenbesatzung, eine Bauchbesatzung und eine Bodenmannschaft. Die Rückenmannschaft wehrt Enterer ab und hat einen eigenen Leutnant als Anführer, die Bauchbesatzung hat auch einen eigenen Leutnant und verwahrt die Bomben und anderen Geschosse. Gewehrschützen sind auf beide Positionen aufgeteilt, auch sie haben einen eigenen Anführer. Es gibt in jeder Mannschaft einen Signalfähnrich, der Flaggsymbole sendet. Die Ausgucke sitzen an den Schultern und Flanken des Drachen, am Halsansatz sitzt der Kapitän und oft noch zwei Wachposten. Auf kleinen Drachen können die Männer rittlings sitzen, auf großen müssen sie mit gekreuzten Beinen sitzen. Die Mannschaftsmitglieder tragen alle Körpergeschirre, die dem ähneln, was man heute zur Sicherung beim Klettern anzieht. Die Hüftgurte besitzen zwei Karabiner an einem langen Stück Leder, mit denen man sich an den Metallringen im Drachengeschirr einhaken kann, um nicht herunterzufallen. Es werden Flugbrillen getragen, in manchen Nationen aus blauen, in England aus grünem Glas. Kinder lernen das Klettern am Geschirr schon sehr früh. Die Mitglieder der Bauchbesatzung sind nicht immer gesichert, da sie in einem Netz unter dem Bauch des Drachen sitzen. Alle Geschirre, die der Menschen und die der Drachen, sind aus Leder und innen mit Draht verstärkt. Beim Kampf werden des Öfteren Geschirre durchtrennt und Männer vom Rücken gestoßen, auch, wenn sie schon tot sind. Wenn ein Teil des Drachengeschirrs durchtrennt wird, kann oft ein ganzer Teil der Männer oder der Ladung, die daran gesichert war, verloren gehen. Drachen besitzen ein leichtes Reisegeschirr und ein schweres Kampfgeschirr. Dazu tragen sie noch ein Kettengeflecht und eine leichte Panzerung, je nach Bedarf. Der Schultergurt bei allen Geschirren ist bei Schwergewichten so schwer, dass nur der Drache selber ihn sich auf den Widerrist legen kann. Die Vorbereitung eines Drachen für den Kampf oder eine Reise dauert oft weniger als 20 Minuten. Die Bodenmannschaften kämpfen nicht mit, sie kümmern sich um die Bedürfnisse des Drachen und um die Instandhaltung seines Geschirrs. Es gibt Geschirrmänner, die das Geschirr ölen und ausbessern, es gibt Schmiede mit einer eigenen tragbaren Ausrüstung, die auf alles Metalle in und am Geschirr Acht geben und Männer für alles. Die Mannschaftsgröße variiert je nach Drachengröße, Schwergewichte haben über 30 Mann starke Besatzungen. Kurierdrachen haben nur ihren Kapitän und werden von den anderen Bodenmannschaften bei Bedarf mitversorgt. Manche Kurierdrachenkapitäne benutzen Zügel, wie bei Pferden, mit denen sie die Drachen lenken, bei größeren Drachen wird das nicht gemacht. Winchester transportieren selten mehr als 6 Leute, obwohl sie es wahrscheinlich könnten. Lange hatten nur Drachen dieser Größe näheren Kontakt mit dem Rest der Armee oder der Bevölkerung. Wenn große Drachen Passagiere mitnehmen, baut man ihnen ein großes Zelt auf den Rücken, das die Mitreisenden vor dem Wind schützt.

Die Stützpunkte sind über das gesamte Land verteilt, oft ein bisschen abseits der bewohnten Gegenden. Der größte Ausbildungsplatz ist Loch Laggan, große Stützpunkte für Kampfdrachen befinden sich in Edinburgh, ebenfalls Loch Laggan, Dover, Portsmouth, Middlesbrough, Gibraltar, Malta, Madras und Falmouth. In London gibt es auch einen Stützpunkt, der aber nur noch selten genutzt wird und wenn, dann nur für Kurierdrachen, der in Halifax wird auch nur von Kurieren benutzt. In Chatham werden Eier ausgebrütet, ebenso in Loch Laggan und in den Zuchtgehegen. Zuchtgehege befinden sich in Halifax in der Nova Scotia, in Pen Y Fan und in Irland und in Schottland soll auch noch eines sein, vermutlich war das aber weder an Stützpunkten noch an Zuchtgehegen alles. Es gibt festgelegte Routen für die Kurierdrachen, einige befinden sich auch als Drachen einer Botschaft im Ausland. Etwa jede Woche werden Drachen nach Gibraltar geschickt, alle Vierteljahr fliegt einer nach Indien, Inlands verkehren sie sehr häufig und regelmäßig werden sie auch nach Halifax und dort im Land herum oder Schiffen nachgesandt. Stützpunkte verfügen über ausreichend Nahrung und Wasser für die Drachen, die meisten haben eine kleine Festung mit gemauertem Hof, in dem die Drachen schlafen können, ansonsten sind zumindest Lichtungen vorhanden. Die meisten Stützpunkte haben eine spezielle Funktion, so ist Loch Laggan für die Ausbildung zuständig, in Edinburgh gibt es keine Schwergewichte und in London machen nur Kurierdrachen halt. In Friedenszeiten werden Eier mit anderen Nationen getauscht oder gekauft, oft Gelegenheitskäufe zum Aufstocken der Zuchtlinien, aber manchmal auch wertvollere Drachen, die als Arten etabliert werden sollen, zum Beispiel der Flamme de Gloire oder der Kazilik.

Es wurde lange im Formationsflug gekämpft. Die Formationen sind auf den Schutz des Anführers, meist eines Langflüglers ausgerichtet gewesen. Es gibt verschieden große Formationen, sie fliegen gleichmäßig und behalten ihre relativen Positionen zueinander bei und haben alle ihre Funktion in der Formation. Mit der Revolutionierung der französischen Luftkampftaktik ändert sich auch die englische Taktik, weg vom starren Formationsflug hin zu ungewöhnlichen und effektiveren Methoden. Später helfen die Drachen auch beim Transport der Armee mit, zuvor trugen sie nur ihre eigenen Bodenmannschaften und verteidigten die Schiffe gegen Angriffe aus der Luft. Mit der neu eingerichteten Küstenbatterie und den Raketen von Congreve werden die Städte an der Küste zunehmend unabhängiger vom Schutz der Drachen. Auch Schrappnelle, Kanonen und Blendpulver lassen sich in gewissem Maße als Verteidigung gegen Drachen einsetzen. Probleme bei der Kriegsführung sind, dass sich die Kavallerie vor Drachen fürchtet und dass die Drachen versorgt werden müssen.

Die Stärke des Luftkorps liegt offiziell bei etwa 60 bis 80 Drachen mit Kampfgewicht. Pro Zuchtgehege könnte man mindesten 60 Drachen noch heranziehen, bei mindestens 4 großen Zuchtgehegen macht das über 240 zusätzliche Drachen. Dann gibt es noch die Kurierdrachen und Drachen ohne Kampfgewicht und es gibt etwa 20 bis 30 Drachen in der Ausbildung. Vielleicht kommt man auf eine Gesamtpopulation von 320 bis 350 Drachen auf den britischen Inseln, was auch in etwa der Mensch zu Drache Verteilung in China entspricht. Somit können die Züchter zurecht stolz auf ihren guten Umgang mit Ressourcen sein, da sie die wahrscheinliche Obergrenze der Drachenanzahl bereits erreicht haben, aber es wirkt sogar so, als gäbe es noch mehr Drachen in England, als mit dem 30.000:1 Verhältnis möglich, was für eine noch effektivere Drachenzucht sprechen würde. Allein in Loch Laggan liegen nach der Drachenpest etwa 30 Eier, über die Hälfte davon von Gelben Schnittern. Wahrscheinlich sind auch die Streitkräfte so verteilt, dass der Großteil aus mittelgewichtigen Gelben Schnittern besteht. Es gibt immer etwa je 10 lebende Langflügler und Königskupfer, 6 Langflügler in den Sandgruben während der Drachengrippe und pro Zuchtgehege noch einen, Königskupfer vermutlich auch so verteilt. Davon können nicht alle kämpfen und die Arterhaltung ist immer nur sehr knapp gewährleistet.

Trivia

  • Da England und Irland in der Drachenzucht eine Einheit bilden, kann man aber auch von einer Gesamtbevölkerungszahl von 16 Millionen Menschen ausgehen. Das würde 530 bis 540 Drachen erlauben. 240 Zuchtgehegsdrachen, 80 Kampfdrachen, 30 Ausbildungsdrachen, 40 Wilddrachen aus dem Pamirgebirge, etwa 20 offizielle Kurierdrachen, vielleicht 10 oder 15 einheimische Wilddrachen, etwa 2 Formationen in Madras, eine auf Malta und mindestens Laetificats Formation in Gibraltar und eine Formation Kurierdrachen in Halifax ergeben etwa 485 Drachen. Das würde dann eher an die Marke von 540 Drachen heranreichen. Dies ist eine zweite Möglichkeit der Errechnung der englischen Drachenpopulation, die vermutlich wahrscheinlicher ist, als nur 350 Drachen. Oder die Wahrheit liegt irgendwo dazwischen.