Russland

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Russland ist zu Napoleons Zeit ein flächenmäßig sehr ausgedehntes Land, das nur teilweise zu Europa gehört. Es besteht weitgehend aus karger Steppe und ist für seine kalten Winter berüchtigt. Die Regierung sitzt in St. Petersburg, aber Moskau hat, obschon nicht mehr Hauptstadt, noch immer eine hohe Bedeutung. Zar Alexander regiert das Land. 1812 macht Napoleon sich in einem riesigen Feldzug auf, Russland zu erobern. Das ist auch die Zeit, in der Temeraire und die chinesischen Legionen dort eintreffen.

Laurence hatte gehört, dass die russischen Drachen auch dann weiterkämpfen, wenn sie geentert werden oder ihr Kapitän tot ist. Bevor er sich mit eigenen Augen von der Situation der russischen Drachen überzeugen konnte, dass die Drachen nämlich äußerst brutal behandelt werden und keine liebevolle Beziehung zu ihrer Mannschaft aufbauen, nahm Laurence an, dass Russland wegen der geographischen Nähe chinesische Praktiken übernommen habe, denn von den chinesischen Drachen ist bekannt, dass sie sehr eigenständig handeln. Aber es besteht keine liebevolle Bindung zwischen Drache und Kapitän. Die Offiziere haben Angst vor ihren eigenen Drachen und benutzen schwere Peitschen, um sie zu kontrollieren. Die Drachen werden von klein auf eingeschüchtert. Alle Drachen werden in Zuchtgehegen großgezogen, wer nicht kämpfen will, darf auch nicht fliegen, was mit barbarischen Flugfesseln bewirkt wird. Man lässt sie dort hungern und sogar verhungern und es gibt keinen angemessenen Unterschlupf. Unter den russischen Drachen findet man keine Mittelgewichte, sondern nur Leichtgewichte, die noch kein Kampfgewicht haben, und große Schwergewichte].

Die Schwergewichte tragen dicke Rüstungen mit Stacheln und dürfen die Leichtgewichte herumscheuchen und sich dienend machen. Sie kämpfen für Geld und bewachen eifersüchtig ihre riesigen Horte und sind vom Charakter herüberhaupt nicht umgänglich. Sie interessieren sich nicht für ihr Land oder den Krieg und schon gar nicht für ihre Offiziere sondern nur für ihre Belohnung. Die meisten der Schwergewichte] sprechen nur Durzagh, was sie bereits im Zuchtgehege lernen. Da sie ausschließlich damit beschäftigt sind, ihren Hort zu bewachen, und sich nicht bewegen, setzen sie enormen Speck an und können im Kampf nur noch agieren, indem sie sich mit ihrer Körpermasse auf den Feind werfen und um sich hacken. Im Kampf werden ausschließlich die Schwergewichte eingesetzt, um Zerstörung anzurichten; erst mit Temeraires Ankunft werden auch die Leichtgewichte im Kampf eingesetzt. Ihre Rüstung mit den Stacheln ist teilweise durch die Schuppen getrieben und wird im Gegensatz zur Rüstung der preußischen Drachen nie abgenommen. Sie streiten untereinander und bewegen sich nicht von ihrem Hort weg, da dieser sonst von einem anderen Drachen gestohlen würde. Im Luftkorps gibt es etwa 30 dieser Schwergewichte.

Die Leichtgewichte wachsen genauso auf, ihnen ist kein Kapitän zugeteilt, sondern ein Schwergewichte, dem sie dienen müssen, indem sie Wasser, Essen oder Nachrichten besorgen. Sie selbst erhalten keine Bezahlung und nicht einmal ausreichend zu essen. Zusätzlich dienen sie auch dem Kapitän des Schwergewichtes, beispielsweise als schnelles Transportmittel, wozu man die großen Drachen nicht benutzen kann. Sie sind lernfähig, sprechen aufgrund des häufigen Kontakts zu Menschen mehrere Sprachen, werden aber noch mehr vernachlässigt, als die Schwergewichtee, da sie nicht so wichtig sind. Vermutlich haben Kuriertiere ein besseres Leben, aber auch sie werden wie ein Pferd mit Trense und Zügel geführt.

Hingegen sind die Kosakendrachen weitgehend selbstständig. Die Kosaken sind eine loyale, wenn auch eigenständig agierende Eliteeinheit der Armee; sie stellen eigene Verbände und haben ihre eigenen Befehlshaber. Ihre Drachen haben die Größe von Kuriertieren, größere können sie nicht versorgen. Die Kosakendrachen sitzen bei den Menschen am Feuer oder neben den Zelten, sie singen ihre Lieder mit und haben einen Kapitän, zu dem sie auch eine innige Bindung aufbauen. Manche sind mit Decken und Häkeleien geschmückt oder gegen Kälte geschützt. Sie ziehen in größeren Verbänden auf Patrouillenjagd und kämpfen weit über ihrer Gewichtsklasse, sind aber sehr tapfer. Meist sichern sie den Rückzug oder praktizieren Guerillakampf. Sie übermitteln Nachrichten weit schneller als die Drachen der regulären russischen Armee. Sie sind oft als erste vor Ort und bestreiten den Kampf, bis die große Streitmacht nachrückt. Ihr Leben ist deutlich freundlicher und angenehmer als das der restlichen russischen Drachen. Sie variieren in Farbe und Größe und es scheint keine einheitlichen Arten zu geben.

Temeraire bietet an, die kleinen Drachen aus den Zuchtgehegen zu nehmen und nach China zu bringen, wo sie ein deutlich besseres Leben hätten. Das ist auch seine Bedingung an das russische Oberkommando, damit die chinesischen Legionen helfen. Murat kommt ihnen jedoch zuvor und befreit die Drachen aus den Zuchtgehegen. Er schickt sie aus, Nahrungsmittel zu beschaffen, um die russischen Stellungen zu schwächen, und viele laufen zu den Franzosen über. Temeraire etabliert schließlich mithilfe der grauen Leichtgewichte einen Nachschub, wie er ihn von den chinesischen Jalan kennt. Alle Drachen werden durch seine regelmäßigen Ansprachen und Abendessen umgänglicher und nach Kriegsende gibt es sogar die offizielle Zusicherung des Zaren, dass er so viel verändert darf, wie er will.